
EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN
Es ist schon Tradition. Auch heuer wieder, wenn am 11. und 12. April Winzer:innen, Sommelier:es, Vertreter:innen der Weinwirtschaft und Liebhaber:innen edler Tropfen das malerische Weindorf Kurtatsch in Südtirol bevölkern, dann kommen sie zu Alois Lageder´s SUMMA. Die internationale Fachmesse mit weit mehr als hundert teilnehmenden Produzent:innen erfreut sich zunehmend wachsender Beliebtheit.
Einer der Gründe, warum das Event so geschätzt wird, findet sich in der Tatsache, dass das veranstaltende Weingut Alois Lageder während der SUMMA die sprichwörtlichen Karten auf den Tisch legt. Mit Führungen durch Weinberg und Keller, Verkostungen und Masterclasses erhält das Publikum profunden Einblick in die Philosophie und Arbeitsweise des Weinbaubetriebes, die schlussendlich auch für die Qualität des Endproduktes verantwortlich sind.

DIE BIOLOGISCHE VIELFALT IST DER SPRINGENDE PUNKT
Mit der Vision der Nachhaltigkeit hat Alois Lageder schon vor mehr als 30 Jahren begonnen, sein Weingut gemäß biologischer Richtlinien umzustellen. Mit dem Ziel, chemische und synthetische Präparate weitgehend durch natürliche Mittel zu ersetzen, um damit ein effizientes Ökosystem im Weinberg zu schaffen. “Eine gesunde Landwirtschaft müsste dasjenige, was sie selber braucht, in sich selber eben auch hervorbringen können.“ Diesem Zitat von Rudolf Steiner folgend, der vielfach als Begründer der biodynamischen Landwirtschaft gilt, wird von Monokulturen abgegangen und eine Artenvielfalt angestrebt, mit Planzen, Bäumen und Tieren. Die Führungen im Weinberg, die während der Summa angeboten werden, erläutern anhand von praktischen Beispielen die Anwendungen der biodynamischen Prinzipien und deren schlussendlichen Auswirkungen auf das Endprodukt.

NEUES AUFSPÜREN, ALTES NEU ENTDECKEN
Zentraler Hotspot der SUMMA sind die Degustationspunkte in den suggestiven Räumen der Anwesen Löwengang und Hirschprunn. Besucher:innen aus der Weinwirtschaft und der Gastronomie, Sommelier:es und Küchenchef:innen, haben die Gelegenheit, Erzeugnisse internationaler Weingüter auf Herz und Nieren zu prüfen und Besonderheiten zu entdecken. Jedes davon ist auf seine Art einzigartig. Sei es durch Einflüsse der Lagen und des Mikroklima, oder den traditionellen und experimentellen Methoden bei der Weinherstellung. Zwei davon konnten großes Publikumsinteresse verzeichnen, sie sind auch heuer wieder dabei:
EXOTEN, DIE EIGENTLICH KEINE SIND
Gerade in letzter Zeit macht der Libanon wegen politischer Spannungen Schlagzeilen, aber wer hätte schon vermutet, dass dort auch ein hochwertiger Wein produziert wird? Der Nahe Osten ist absolut keine Weingegend, aber Insider wissen: Château Musar ist das bekannteste libanesische Weingut und die dort produzierte gleichnamige Cuvee wurde schon Ende der siebziger Jahre mit Auszeichnungen überhäuft.
Das Know How französischer Önologie stand Pate, als Gaston Hochar 1930 in der Nähe von Beirut das Weingut Chateau Musar gründete. iAuf den Kalkböden des Bekaa Plateau, ungefähr 1.000 Metern über dem Meeresspiegel fand er das ideale Mikroklima um Weine nach französischem Vorbild zu keltern. In Anlehnung an die großen Bordeauxweine entstand der Rotwein Chateau Musar aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah, Cinsault und Carignan. Ausgebaut im kleinen Eichenfass reift er in der Flasche und besticht durch seine lange Lagerfähigkeit. Weniger bekannt sind dann die Weißweine, denen aber auch eine überdurchschnittliche Qualität bescheinigt wird.
AKZENTE SETZEN
Das will der Südtiroler Konrad Pixner mit seinem Weingut Domaine de l´Accent in der Appellation Terrasses du Larzac, im Herzen der Region Langedoc, im Süden Frankreichs. Er setzt auf Innovation und schwimmt nicht mit dem breiten Strom der schweren, vollen französischen Rotweine. Ähnlich wie das Weingut Alois Lageder schwört er auf biodynamische Bewirtschaftung des Weinbergs und mit der spontanen Vergärung überlässt er der Natur auch weitere Schritte der Vinifizierung, Am Fuße des Larzac Plateaus profitiert Pixner von extremen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht und ist in der Lage, interessante Erzeugnisse mit angenehmer Frische zu produzieren. Wie den Weißwein „Accenteur“ aus vorwiegend Carignan Blanc und mehreren lokalen Rebsorten, oder den Rotwein aus Grenache, „Una Notte“, der - wie der Name schon sagt - nur eine Nacht auf der Maische gelegen hat. Flaggschiff der Domaine d´Accent ist der Cuvee Elliot ein vielschichtiger Rotwein aus den für das Langedoc typischen Sorten Syrah, Mourvèdre und Carignan.
Fotos © Domaine de l´Accent




DIE KOMETEN
Sie sind wie die gleichnamigen Himmelskörper im Außenbereich des Sonnensystems. Die Kometen vom Weingut Alois Lageder sind aber Weine, die aus Experimenten mit Rebsorten, beim Anbau und in der Vinifikation entstehen, ausgerichtet auf Innovation und Zukunftsvisionen. Weshalb die Assoziation zum Weltall? Manche Weine aus dieser Linie sind wie Kometen am Himmel, sie leuchten vielversprechend auf, um dann wieder zu verglühen, sobald sie den Erwartungen nicht gerecht werden können. Was bleibt sind die gewonnenen Erkenntnisse, die ins Portfolio der Önologen fließen und bei der Produktion der arrivierten Weine wertvolle Hilfestellung leisten können.
SUMMA 2026 - MEHR ALS EINE FACHMESSE
Man kennt sich. Man trifft sich. Neue Kontakte werden geknüpft langjährige Beziehungen wieder aufgefrischt. Die Interessen sind dieselben, Wein verbindet. Informelle Gespräche mit bereitwillig Auskunft gebenden Ausstellern vereinen Fachleute und Wine Lover. Aber das Weingut Alois Lageder bietet noch mehr, unterstützt karitative Einrichtungen in Südtirol mit Spenden. Die architektonischen Besonderheiten der Anwesen Hirschprunn und Löwengang und Installationen von Kunstobjekten auf dem Gelände lassen die Herzen der Kunstinteressierten höher schlagen.
Quellen:
Summa.eu
Aloislageder.eu
Domainedelaccent.fr



